Radiokolleg 100 Songs: Geschichte wird gemacht (2)
Di, 08.04. | 9:45-10:00 | Ö1
1980 waren Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Deng Xiaoping frisch an der Macht. Die zweite Ölpreiskrise – eine Folge der islamistischen Revolution im Iran – hatte kurz zuvor Schockwellen durch die Weltwirtschaft geschickt. In den USA waren Arbeitslosigkeit und Inflation hoch. Und der Texaner Christopher Cross sang, dass das Paradies nicht mehr weit wäre. Auf „Sailing“ tragen Wind und Segel das lyrische Ich ins Nimmerland. Bald wird es frei sein, hieß es. Christopher Cross gewann auf Anhieb fünf Grammys, darunter die großen drei für den Song, das Album und die Aufnahme des Jahres. Mit MTV ändert sich die Vermarktung von Popmusik ganz grundlegend; und der softe Rock mit jazzigen Harmonien von Christopher Cross und Kollegen wie den Doobie Brothers und Kenny Loggins entspricht nicht mehr dem Geist der Zeit. Nach der Jahrtausendwende wird diese Szene als ‚Yacht Rock‘ bekannt. In einer Online-Videoserie erlitten törichte, bärtige Männer persönliche Schicksalschläge, die sie sofort in geschmeidige Hits ummünzen konnten. ‚Yacht Rock‘ war zu einer eskapistischen Gegenwelt für eine erodierende weiße Elite geworden.
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