Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen Coolness mitten im Wahnsinn

So, 13.04.  |  7:05-8:00  |  Ö1
Ecce Homo: Mensch oder Superstar? – Aspekte der Bibel +++ Das „Who is Who“ von Ostern – Einblick in die Personengruppe des Ostergeschehens +++ Befreiungsfest Pessach – Ein Fest für religiöse und nichtreligiöse Jüdinnen und Juden +++ Coolness mitten im Wahnsinn – Zum 80. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

1. Ecce Homo: Mensch oder Superstar? – Aspekte der Bibel (Lukas 19, 28-40)Ecce Homo, seht der Mensch! Das sagt laut biblischer Überlieferung der römische Präfekt Pontius Pilatus nur einige Stunden vor der Kreuzigung des Wanderpredigers Jesus von Nazareth über ihn. Wenige Tage davor ist Jesus in Jerusalem eingezogen, und die Menschen haben ihm mit Zweigen, Büscheln und Palmblättern zugejubelt, wie es in den Evangelien nach Matthäus, Markus und Johannes heißt. Darauf geht die Bezeichnung Palmsonntag zurück, mit dem die sogenannte Karwoche auf Ostern zu beginnt. Bei Lukas werden die Zweige nicht erwähnt, wohl aber wird der Einzug Jesu in Jerusalem geschildert. Gedanken dazu und damit zu jener Evangelienstelle, die für katholische Gottesdienste an diesem Palmsonntag vorgesehen ist, von Michael Max: Der österreichische katholische Theologe und Geistliche ist Rektor des Päpstlichen Instituts Santa Maria dell’Anima in Rom. 2. Das „Who is Who“ von Ostern – Einblick in die Personengruppe des OstergeschehensTeil 1: Die Mächtigen. Und ein Königtum „nicht von dieser Welt"Es ist das älteste Fest der christlichen Kirchen, und sein Name könnte mit dem Sonnenaufgang im Osten in Verbindung stehen oder sich auf das althochdeutsche Wort "eostarun“, „Morgenröte“, beziehen. Ostern jedenfalls feiert den Glauben an die Auferstehung des als Christus, als Messias, verehrten Jesus von Nazareth und damit die Überwindung des Todes. In dramatischen Szenen erzählen die Evangelien im Neuen Testament der Bibel vom Lebensende Jesu vor etwa 2000 Jahren. Es treten auf: die Guten, die Bösen und die namenlosen Heldinnen, die Mächtigen und einfache Leute. Aus Feinden werden Freunde und die Freunde entpuppen sich als Versager und Verräter. Am Ende sind einige der Protagonisten und Protagonistinnen überzeugt: Der Mann aus Nazareth sei ihnen lebendig erschienen. In Lebenskunst wird von Palmsonntag über Ostern bis zum vierten Sonntag der Osterzeit (heuer am 11. Mai) das Scheinwerferlicht auf prominente Gestalten geworfen, darunter Pilatus und Herodes, Judas Iskariot und die Jüngerin Maria aus Magdala. Darüber hinaus holt Gestalterin Stefanie Jeller fast vergessene Personen vor den Vorhang, etwa die Frau des Pilatus und jenen Mann, der Jesus sein eigenes Grab überlässt.3. Befreiungsfest Pessach – Ein Fest für religiöse und nichtreligiöse Jüdinnen und JudenEin Fest, das der Überlieferung zufolge Jesus noch vor seinem Tod mit seinen Anhängern gefeiert hat, ist Pessach; aramäisch Passah und griechisch Pascha genannt. Mit diesem großen jüdischen Fest, das am ersten Frühlingsvollmond (in einem jüdischen Schaltjahr am zweiten), am 14. und 15. Nisan gemäß jüdischem Kalender, beginnt, wird acht Tage lang „Freiheit“ gefeiert. Heuer beginnt Pessach am Samstagabend, 12. April, und dauert bis 20. Mit Speisen, Gebeten, Texten und Liedern wird der Israelitinnen und Israeliten gedacht, die, wie die Bibel erzählt, aus der Sklaverei der Pharaonen entkommen sind. Dem im Buch Exodus beschriebenen „Vorübergang des Todesengels“ verdankt Pessach, das „Vorübergang“, „Schonung“ bedeutet, seinen Namen. Trotz der vielen biblischen Bezüge wird Pessach freilich heute auch von nichtreligiösen Jüdinnen und Juden gefeiert. Lisa Ganglbaur spricht mit der österreichischen Autorin und Journalistin Anna Goldenberg über ihr Pessach. 4. Coolness mitten im Wahnsinn – Zum 80. Todestag von Dietrich Bonhoeffer Als der deutsche evangelische und im Widerstand engagierte Pfarrer Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945) im KZ Flossenbürg erhängt wird, ist Ostern schon vorüber. Ostern fiel damals, vor 80 Jahren, auf den 1. und 2. April. Und der damals 39-jährige Dietrich Bonhoeffer, Teil der „bekennenden Kirche“, nicht der „deutschen Christen“, ist am 9. April 1945, kurz vor Kriegsende, ermordet worden. Unter dem schlichten Titel „Bonhoeffer“ ist ein Film über sein Leben in die österreichischen Kinos gekommen. Mit dem Kinostart in den USA im vergangenen November jedoch ist eine Kontroverse um Verzerrungen und eine Vereinnahmung Bonhoeffers durch nationalistische Evangelikale einhergegangen. Ö1-Kulturjournalist Benno Feichter berichtet. Und der Schriftsteller und Übersetzer Herbert Maurer macht sich Gedanken zum Gedenken rund um Dietrich Bonhoeffer sowie zu seiner Person, die „Coolness mitten im Wahnsinn“ ausstrahlt.

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